Sexualtherapie

Sexualtherapie nach dem Ansatz von Sexocorporel ®

Unsere Methode der Sexualtherapie geht von einem ganzheitlichen Verständnis der Sexualität aus. Körper, Geist und Seele wirken zusammen, wenn es um eine erotische Begegnung geht. Wir verstehen Sexualität und Erotik als Teil der Selbstverwirklichung von Männern und Frauen. Die Therapie verhilft Menschen mit einem eingeschränkten sexuellen Erleben dazu, ihr Vergnügen und die Freude an sich selbst, ihre sexuelle Lust, Begehren und erotische Kompetenz wieder zu gewinnen oder in einer neuen Weise zu erfahren und zu erweitern.

Was bedeutet sexuelle Zufriedenheit?

  • Zufrieden fühlt sich Mann oder Frau, wenn das gelingt, was man sich von der Sexualität und dem Liebesleben wünscht. Dies hat damit zu tun, dass Mann oder Frau sich authentisch erleben und sich als Persönlichkeit in der erotischen Begegnung ausdrücken können. Ihr Sexualleben ist so reich an Möglichkeiten, Phantasien, Intensität in Gefühlen und Intimität, wie sie es sich wünschen.
  • Sexuell zufriedene Menschen mögen sich und ihren Körper und genießen ihre sexuellen Empfindungen. Sie können durch körperliche Erfahrungen mit sich selbst lernen und wissen, wie sie lustvoll genießen können.
  • Ein wichtiges Element ist das Erleben, die Erregung und Lust aus eigener Kompetenz steuern zu können: Sie zu entfachen, zu intensivieren, aufrecht zu erhalten und zu einem Höhepunkt zu kommen.
  • Mann und Frau richten ihr Begehren aber auch auf einen Partner, eine Partnerin. Das bedeutet gleichermaßen sexuelle Erregung und Liebesgefühle zu empfinden. Zu einem guten erotischen Leben gehört selbstverständlich auch die Kommunikation und das Gespräch mit dem Partner/der Partnerin über Wünsche und Bedürfnisse.

Wie funktioniert die sexuelle Erregung und das Liebesleben?

Alles beginnt mit dem Erregungsreflex. Ausgelöst durch etwas, was wir sehen oder uns in der Phantasie vorstellen, reagiert der Körper mit Hitze, Kribbeln und Anschwellen von Penis, Schamlippen und Lippen, Verhärten der Brustwarzen, Lubrikation. Der Blick, die Atmung verändern sich. Das passiert als Reflex.

In der körperlichen Erfahrung mit sich selbst oder mit einem Partner/einer Partnerin beginnt nun das Spiel mit Bewegung, Körperspannung und Entspannung, Veränderung des Rhythmus (Intensivieren und Verlangsamen) von Bewegung, Atmung und Berührung bis es zur Entladung kommt. Es gibt verschiedene Wege, sich und den Partner/die Partnerin zu stimulieren. Unser Körper bietet uns ein reiches und natürliches Repertoire, dazu kommen erotische Spielzeuge und Animationen. Was immer dazu beiträgt, dass es beide (oder mehrere) als befriedigenden Sex empfinden, ist in Ordnung, solange es abgesprochen ist.

Wie kann es zu einem unbefriedigenden sexuellen Erleben kommen?

  • Durch biologische Veränderungen: Es gibt angeborene Veränderungen der genetischen Anlage, die es Männern schwer macht, sich als Mann zu fühlen und Frauen sich als Frau zu fühlen.
  • Durch Krankheiten wie Hormon- und Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Geschlechtsorgane, Depressionen und schwere psychiatrische Erkrankungen.
  • Durch eine fehlende Lerngeschichte: Sexuelle Erlebnisfähigkeit wird im Laufe des Lebens gelernt wie das Genießen eines guten Weines. Wenn dieses Lernen blockiert wurde, dann fehlt ein Teil Erlebnismöglichkeiten.
  • Durch seelische Störungen wie Ängste, Verstimmungen, traumatische Erlebnisse, normale, aber beanspruchende Lebensereignisse
  • Durch Stress, Zeitmangel, nervende Routinen
  • Durch Störungen in der Partnerschaft, z.B. durch Gewalt, Machtkämpfe, Leistungsdruck, Angst.
  • Durch sexualfeindliche Werte und Normen.

Wie gehen wir konkret in der Sexualtherapie vor?

  • Wir fragen zuerst nach den erotischen Kompetenzen und bestärken, was gut funktioniert.
  • Dann versuchen wir zu verstehen, welche Kompetenzen erweitert oder verfeinert werden können, damit der Weg von der ersten Erregung bis zum Orgasmus befriedigend und lustvoll, mit sich selbst allein, oder miteinander gegangen werden kann.
  • Wir fragen nach dem Atmen, nach Stimulationstechniken, nach Außen- und Innenwahrnehmung, nach der Beckenschaukel und der oberen Schaukel (die Bewegung von Becken und Oberkörper durch und mit der Atmung).
  • Wir überdenken mit Ihnen die Fähigkeiten der Partnerschaft: Verführung, Akzeptieren von Unterschieden zwischen persönlichen Ausdruckswegen, die Balance zwischen Selbst- und Partnerwahrnehmung, der Austausch über Bedürfnisse, Vorlieben und Tabus. Blockaden durch Wertvorstellungen. Regeln und Normen werden einbezogen.
  • Schließlich bieten wir einen Vorschlag zur Erweiterung der erotischen Kompetenzen an: Das sind oft Übungen mit Atem, Bewegung, Spannung und Rhythmus und mit Berührung. Wir zeigen diese Übungen in der Stunde, ausprobiert wird zuhause.
  • Dazu helfen wir durch therapeutische Gespräche, die Selbstverantwortung für das erotische Vergnügen in der Partnerschaft übernehmen zu lernen.

Beispiel Therapie bei sexueller Unlust

Bei dieser Begrenzung des sexuellen Erlebens gab es mehrere mögliche Ursachen: In der persönlichen Lerngeschichte gab es meist wenig dessen, was wir Erotisierung des Körpers und der Innenwahrnehmung nennen. Das heißt, dass Mann/Frau sich nicht gut in ihrer Erregungsfähigkeit kennt und wenig darüber weiß, was ihr/ihm Lust macht. Sie/Er überlässt die Stimulation oft und ohne Mitreden dem Partner/der Partnerin und kann davon enttäuscht sein.
Sexuelle Unlust entsteht auch aus einer Partnerschaft, in der ein Partner über längere Zeit eine sexuelle Begegnung „erduldet“, die ihr/ihm keinen Spass macht.

In der Therapie werden unter anderem folgende Möglichkeiten besprochen:

Den eigenen Körper besser kennenlernen, der Verbesserung der Innenwahrnehmung durch verschiedene Formen des Atmens, der Berührung und der Bewegung, Vorbereitung von Gesprächen mit dem Partner.

Beispiel Erektionsstörung beim Eindringen

Männer, die darunter leiden, stehen meistens unter großem Druck und Versagensangst. Sie achten oft mehr darauf, dass sie es gut für die Partnerin machen, als auf ihren eigenen Körper, dessen Reaktionen und Erregungsfähigkeit sie zudem meist wenig kennen. Angst erzeugt Spannung, Spannung hemmt die Durchblutung des Penis.

Die ganze Aufmerksamkeit ist auf das phallische Funktionieren gerichtet. Damit bleibt einerseits wenig Spielraum für andere, wie orale oder manuelle Liebesspiele und andererseits keine Möglichkeit, die Versteifung durch andere Wege zu steuern Der Teufelskreis ist gestartet: die Versagensangst schnürt das Blut ab.

In unserer Therapie gehen wir unter anderem den Weg, die Selbstwahrnehmung wieder zu erhöhen und die Möglichkeiten der Stimulierung zu erweitern, indem die sinnliche Erregung auch über das Innenerleben intensiviert wird. Es geht aber auch um eine Umorientierung: Genuss- statt Leistungsfähigkeit.

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